Intention

Kruzifix (um 1500) und Dietrich Klinge, Kreuzigung (1988) Hans Schäufelin (Umkreis), Abendmahl (um 1512-1515) Michael Triegel, Abendmahl (1994)

Das am 6. März 2003 eröffnete Museum am Dom zeigt Kunstwerke, die vom 10. bis ins 21. Jahrhundert entstanden sind. Im Gegensatz zu den anderen Museen des Bistums zielt die Konzeption des Museums am Dom darauf ab, im spannenden Miteinander und Gegenüber von Werken unterschiedlicher Jahrhunderte und Stile das Gemeinsame und Vergleichbare ihrer Aussagen zu entdecken. ‚Kunst‘ kommt sprachgeschichtlich von ‚künden‘. Im Vordergrund steht also die Botschaft der Künstlerinnen und Künstler, ihre Antwortsuche auf die menschlichen Grundfragen: „Wer bin ich?“ „Woher komme ich?“ „Woraus lebe ich und worauf zu?“

Der Dialog der Werke will die betrachtenden Menschen einbeziehen. Indem sie sich auf die Anfragen an die Welt-, Lebens- und womöglich auch Glaubenserfahrungen, die aus den Bildwerken sprechen, einlassen, konkretisieren sich ihre eigenen Fragestellungen und sie erfahren hierdurch eine Hilfe zur Deutung ihrer Lebenswirklichkeit. Von daher ist die Museumskonzeption nicht von kunstgeschichtlicher und chronologischer Anordung, sondern von den Inhalten der ausgestellten Kunstwerke bestimmt und stellt vor allem die Intentionen der Künstlerinnen und Künstler vor Augen.

Mit diesem Konzept wird die alte Kunst aktualisiert sowie die neue Kunst in ihrer inhaltlichen Tradition bewusst gemacht und die Möglichkeit geschaffen, statt sich an der sichtbaren Oberfläche festzumachen, in die inhaltliche Tiefe der Werke um des eigenen Gegenübers willen zu sich, der Welt und zu Gott vorzudringen.

Blick in die Dauerausstellung