MAD

Think what you like

Rückblick

Vergangene Aktionen, (Sonder-)ausstellungen & Events RUND UM DAS MUSEUM AM DOM 


MITMACHAKTION #madsehnsucht
EIN BUNTES MOSAIK ENTSTEHT

In den letzten Wochen, bevor der Umbau startete, hatten Besucher*innen an der Fensterfront des MAD die Möglichkeit, ihren Blick auf die Welt (miteinander) zu teilen.... Viele Menschen haben mitgemacht und bewegende Wünsche und Ideen formuliert... 

 

Mehr zur Idee: https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/endspurt-im-museum-am-dom/

Bilder folgen! 

EIN BESONDERER GAST

Vater und Sohn, Jaroslav Dražil, 2022, Öl und Acryl auf Leinwand, 250x200cm, Leihgabe

2022 bis 2026 hatten wir leihweise ein besonderes Werk des in Würzburg lebenden und arbeitenden Künstlers Jaroslav Dražil im MAD zu Gast. 

Hervorgegangen ist dieses Gastspiel aus der Kooperation mit dem Martin von Wagner Museum, wo am 11. März Jaroslav Dražils Ausstellung "FACTUM EST" eröffnet wurde, die bis zum 5. Juni 2022 dort zu sehen war. In einem Zyklus von 13 großformatigen Bildern nähert sich der in Österreich geborene Künstler an die Evangelien des Neuen Testaments an und versucht diese in seiner ureigenen Bildsprache neu zu interpretieren. 

 Das Martin von Wagner Museum schreibt dazu:

"In der Formensprache von „FACTUM EST“ treten seine persönlichen Ausdrucksmittel mit Anregungen aus der Pop Art und Impulsen von Zeitgenossen wie Kehinde Wiley oder Neo Rauch zusammen. Auf diese Weise kommt es zu überraschenden, eigenwilligen, jedoch nie ängstigenden Schöpfungen. Sie können einen Weg weisen, wie religiöse Motive auch für eine durch und durch säkulare Welt neu zu erschließen sind".

Wir sind glücklich, dass wir als einer der Kooperationspartner dieses Gemälde leihweise in unserer Dauerausstellung präsentieren durften. 

Foto: Jaroslav Dražil

 

DU BIST GEFRAGT! 
 

Im April und Mai 2026 waren alle Besucher*innen des MAD eingeladen, mit Stickern neben den Hinweistexten ihren LIEBLING bzw. ihr größtes FRAGEZEICHEN kenntlich zu machen. So ist spielerisch ein Stimmungsbild entstanden.

Es war spannend zu sehen, was die Besucher*innen zum Staunen gebracht oder ratlos gemacht hat... Und es sind viele schöne Gespräch entstanden! DANKE an alle, die mitgemacht haben. 

Bilder folgen! 

08.03.2026 bis 17.05.2026
 
Mythos Mutter
Mutterwerden zwischen Ideal und Realität
MAD_Intervention von Paloma Wolff


 
Paloma Wolff hinterfragt idealisierte Mutterrollen und zeigt, wie weit sie sich von realen Erfahrungen entfernen. Ihre Arbeiten stellen dem starren Bild der aufopfernden Mutter persönliche Perspektiven gegenüber und eröffnen Raum für vielfältige, ehrliche Mutterbilder jenseits von Perfektion und Erwartungsdruck.

Hier kannst Du Paloma Wolffs Arbeit kennenlernen: https://palomawolff.com/

Paloma auf Insta: https://www.instagram.com/paloma_wolff/

 VIDEOS
Auf unserem YouTube-Kanal findest du zwei Videos: Den Trailer zur Ausstellung und ein "Making of" zum Werk "Unter deiner Spur". Viel Spaß!

Hier klicken!

Über die Künstlerin und diese Ausstellung
KURZVITA
Paloma Wolff (sie/ihr), geboren 1999, ist bildende Künstlerin aus Würzburg. 

Ihre Arbeiten laden zu einer künstlerischen Reise in die Bereiche feministischer Mutterschaft und Körperformen ein. Wolffs vielschichtige, forschende Arbeitsweise wurde insbesondere durch ihr Kommunikationsdesign-Studium an der Fakultät Gestaltung in Würzburg geprägt. Vor allem die Medien Fotografie und Malerei haben sich als Schwerpunkte der Künstlerin herauskristallisiert. Während ihres Studiums wurde sie Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. Ihre Bachelorarbeit Matreszenz wurde von der Fakultät Gestaltung als herausragende Arbeit ausgezeichnet und zudem 2025 beim ADC Talent Award mit Gold prämiert.

Seit ihrer eigenen Schwangerschaft und der Geburt ihrer Zwillinge im Jahr 2022 setzt sich Wolff intensiv mit dem Thema Mutterschaft auseinander. In ihren Arbeiten hinterfragt sie die zugeschriebenen Normen der Elternrolle und erzählt auf intime und rohe Weise von ihren Erfahrungen als Mutter – jenseits von Idealisierung und Verklärung.

 

ZWISCHEN IDEAL UND REALITÄT
MATRESZENZ
Die Nabelschnur wird durchtrennt, ein Kind wird geboren, und eine Frau wird zur Mutter. In diesem einen Moment wird nicht nur ein Kind, sondern auch eine gesellschaftliche Erwartungshaltung geboren. In kürzester Zeit soll die neue Identität Mutter angenommen werden. Dabei ist Mutterschaft in der Realität ein Prozess, begleitet von enormen physischen wie auch psychischen Herausforderungen.
Der Begriff Matreszenz begreift Mutterschaft als eine Entwicklung, die bereits vor der Geburt des Kindes beginnt und über Jahre hinweg andauern kann – ein Prozess, der von vielfältigen Emotionen begleitet wird und als herausfordernde Phase anerkannt werden sollte.
Das durch unseren angelsächsisch-christlichen Kulturraum geprägte Idealbild einer Mutter schwebt über uns und lastet schwer auf unseren Schultern. Es kennt keine Fluidität, kein Dazwischen. Es differenziert lediglich zwischen den konträren Positionen der guten und der schlechten Mutter. Zwischen Madonna und femme fatale.

 

Zwischen Glucke und Rabenmutter
Die Madonna mit dem Kind ist das meistreproduzierte Muttermotiv seit dem Mittelalter. Die sanfte und demütige Gottesmutter steht für Aufopferung und Reinheit – ein Idealbild, das jeden Wandel überdauert und dessen Anstreben zum Scheitern verurteilt ist. Wie konstruieren Mutterbilder in Kunst und Medien die Rolle einer Mutter, und wie prägt dieser Bilderfundus unseren Blick auf Mutterschaft?

Diese Arbeit ist eine künstlerische Exploration von Mutterbildern. Ihre eigenen Erfahrungen in der Matreszenz stellt Wolff der verklärten Mutterfigur  gegenüber: eine Begegnung mit sich selbst, ihrem Umfeld und dem gesellschaftlichen Bildgedächtnis. Der Blick einer Mutter auf Mutterschaft.

Zwischen Ideal und Realität


Die Nabelschnur wird durchtrennt, ein Kind wird geboren und eine Frau wird zur Mutter. In diesem Moment wird nicht nur ein Kind, sondern auch eine gesellschaftliche Erwartungshaltung geboren. In kürzester Zeit soll die neue Identität „Mutter“ angenommen werden. Über Jahrhunderte hinweg wurde Frauen durch patriarchale Strukturen weisgemacht, dass es ihnen leichtfallen wird, die Sorgearbeit für ein Kind zu übernehmen. Attribute wie Sanftheit und Aufopferungsvermögen, die explizit dem weiblichen Geschlecht zugeschrieben werden, seien ideal, um den Bedürfnissen eines Säuglings gerecht werden zu können. Der Platz, der für eine Mutter in unserer Gesellschaft vorgesehen ist, erscheint starr. Der Grat zwischen Glucke und Rabenmutter ist schmal, die mehrheitlich akzeptierte Mitte erlaubt wenig Spielraum und zwingt Mütter in eine fest vorgeschriebene Rolle. Die Madonna mit dem Kind gilt auch heute noch als das Idealbild einer Mutter. Die sanfte und demütige Gottesmutter steht für Aufopferung, Reinheit und bedingungslose Liebe. Ein Idealbild, das jeden Wandel überdauert und dessen Anstreben zum Scheitern verurteilt ist.

Dieses Ungleichgewicht zwischen der visuellen Inszenierung und den realen Lebensrealitäten von Müttern interessierte Paloma Wolff ab dem ersten Tag ihres Mutterdaseins. „Es schien mir als wäre all das, was ich glaubte über Mutterschaft zu wissen, gar nicht wahr. Diese Erkenntnis und das Bedürfnis nach realen Geschichten und Bildern über Mutterschaft waren für mich Antrieb, mich visuell mit diesem Thema zu befassen“, erklärt Paloma Wolff. Entstanden sind (unter anderem) Malereien in großen und kleinen Formaten (Mixed media), Aquarellmalereien, Fotografien und Skizzen.

Die Ausstellung „Mythos Mutter - Mutterwerden zwischen Ideal und Realität“ im MAD beleuchtet Mutterschaft in intimen und vulnerablen Bildern aus einer autobiografischen Perspektive. In ihrer Arbeit öffnet Wolff neue Sichtweisen auf das Thema Mutterschaft und gibt auch jenen Emotionen Raum, die abseits der bedingungslosen und aufopfernden Mutterliebe liegen. Ihre Werke bedienen sich hierbei immer wieder am kollektiven Bildgedächtnis: „Ich stelle idealisierte Mutterbilder meinen eigenen Interpretationen und Erfahrungen in der Mutterschaft gegenüber. Mütter sind keine bildhaften Platzhalter, keine gesichtslosen Wesen, losgelöst von Sexualität und Eigenermächtigung. Die Realitäten von Müttern müssen auch in Mutterbildern Platz finden, denn nur so werden sie wahrgenommen und verstanden. Auch wenn fiktionale Darstellungen und gelebte Realitäten nicht gleichwertig betrachtet werden können, so beruhen sie doch aufeinander und bedingen sich gegenseitig.“

In der MAD_Intervention treten Wolffs Arbeiten in Dialog mit den Werken der Dauerausstellung. Das Anliegen: Durch das Sichtbarmachen diverserer Mutterbilder Austausch ermöglichen - Missstände aufzeigen, aufklären und berühren: „Die neuen Mutterbilder können Sorge und Ängste sichtbar machen und Mütter von dem Zwang der bedingungslosen Liebe befreien. Das Bereuen und die Wut enttabuisieren. Ausbeutung verringern und Gleichberechtigung fördern. Damit Elternschaft nicht nur auf der ständigen Verfügbarkeit und Wunschvorstellung der perfekten Mutter beruht, sondern vielmehr als kollektives Kümmern verstanden werden kann“, so die Künstlerin.

 

PRESSE

Bayerischer Rundfunk

Frankenschau aktuell vom 11.03. (Videobeitrag): Hier ansehen

 

Bericht Pressestelle Bistum Würzburg

Glucke oder Rabe: Was ist eine Mutter?

Hier lesen: https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/glucke-oder-rabe-was-ist-eine-mutter/

 

Videobeitrag 

Mythos Mutter: Künstlerin Paloma Wolff zeigt ihre Perspektive im Museum am Dom

https://www.youtube.com/watch?v=bM4ZxXC7Vzg

 

Main-Post

April 2026: Wider das traditionelle Madonnenbild: Junge Künstlerin entzaubert im Museum am Dom den Mythos Mutter

Hier den Beitrag lesen (hinter der Bezahlschranke).

 

Die gezeigten Werke
Alle ausgestellten Werke von Paloma Wolff stehen zum Verkauf. Anfragen bitte an: palomawolff.design@gmail.com

Eckstein
Paloma Wolff
2025–2026
Gouache und Acryl auf Leinwand

Unter deiner Spur
Paloma Wolff
2026
Wandplastik

Facing Madonna: die Mutter, die ging
Paloma Wolff
2026
Wandteppich

Muttergeflechte: 2024/05/08
Paloma Wolff
2024
Fotoabzug

Muttergeflechte: 2024/05/12
Paloma Wolff
2024
Fotoabzug

Höhle
Paloma Wolff
2026
Gouache und Acryl auf Leinwand

Unwucht
Paloma Wolff
2026
Gouache und Acryl auf Leinwand

Bauchgeburt
Paloma Wolff
2022
Fotoabzug

Nachttisch
Paloma Wolff
2022
Fotoabzug

Kolostrum
Paloma Wolff
2022
Fotoabzug

verzerrtes Selbst
Paloma Wolff
2022
Fotoabzug

Holy Breast 2
Paloma Wolff
2026
Teppich/Näharbeit

Meine Mama pumpt für mich
Paloma Wolff
2022
Dokument

Kalte Decke
Paloma Wolff
2025–2026
Mixed Media auf Acrylglas

Postpartum
Paloma Wolff
2023
Dokument

Babyshower
Paloma Wolff
2022
Fotoabzug

Caring Circles
Paloma Wolff
2024
Kurzfilm

Muttertier
2025–2026
Textilskulptur

im MAD_Lab:

Hausmutter
Paloma Wolff
2024
textile Wandarbeit

Milchbar
Paloma Wolff
2023
Acryl und Gouache auf Leinwand

Overtouched 1
Paloma Wolff
2024
Fotoabzug

Mutterhaus
Paloma Wolff
2024
Mobile/mixed media

Muttergeflechte
Paloma Wolff
2024
Projektion

Chimäre
1500 ml / 24 h
Neptunbrunnen
Madonna mit Kind
Muttergefäß
Madonna im Rosenhag
2024
Aquarell auf Papier

 

Hausfrau 1
Mater Dolorosa
Nivea
Selbstbildnis (schwanger)
Matreszenz
Mom Rage
Hausfrau 2
2024
Aquarell und Acryl auf Folie

Matreszenz
Paloma Wolff
2024
Buch

facing Madonna 3
Paloma Wolff
2024
Fotoabzug

facing Madonna 2
Paloma Wolff
2024
Fotoabzug

Infofolder zum Download
mit Hintergründen zum Ausstellungskonzept sowie zu ausgewählten Werken

MAD_Music am 03.05.2026

 

DANKE an Fizzi and the Bows für wunderbare Klänge zwischen Licht und Schatten! 

Drei Quartette, drei Epochen, drei Klangwelten: Mozarts heitere Klarheit trifft auf Borodins warme Romantik und Ethel Smyths leidenschaftliche Eigenständigkeit!

Besetzung:
Violine 1: Daniel Nevermann
Violine 2: Sophie Krzyzanowski
Viola: Katja Rappelt
Violoncello: 
Lena Stübinger

Um 14h00 und um 16h00 habt ihr uns mitgenommen auf eine musikalische Entdeckungsreise - unter dem Motto "Kunst entdecken - Musik fühlen" gab's ein besonderes Museumserlebnis für Augen & Ohren! 

Eintritt frei!
Keine Anmeldung erforderlich
MAD - Museum am Dom
Kiliansplatz 1, 97070 Würzburg

 

Mehr Eindrücke davon gibt's auf Insta und Facebook. 

 

Das war das Programm:

Divertimento K.136

Wolfgang A. Mozart

Allegro, Andante, Presto

 

Streichquartett Nr. 2 in D-Dur

Alexander P. Borodin

Allegro moderato

 

Streichquartett in c-Moll

Ethel Smyth

Allegro, Scherzo

BEWEGTES BLEI: GÜNTHER BERGER IM FOKUS.

01.02.2026 bis 31.03.2026 (verlängert bist 17.05.2026)

WIR ERKUNDEN...
...Material und Form, Beweglichkeit und Veränderlichkeit, räumliche Präsenz und unerwartete Veränderungen von Perspektiven und Sichtweisen!

 Im Zusammenhang mit Blei an Bewegung zu denken, ist wohl nicht besonders naheliegend. Viel wahrscheinlicher ist es wohl, dass zunächst Attribute wie schwer und weich, ja sogar giftig in den Sinn kommen.

Möglicherweise waren es aber genau diese Charakteristika, die das künstlerische Interesse Günther Bergers an diesem Material weckten, nachdem er sich in den Jahren zuvor, genauer gesagt seit den 1960er Jahren, dem plastischen Gestalten über das Zusammenschweißen von Eisenstücken oder durch das formgebende Treiben von Aluminium annäherte. Von 1970 an war es dann die Verwendung von verschiedensten Papieren, die ihn zu wunderbaren Collagen inspirierte.

Erst ab 1979 definierten Bleiobjekte sein plastisches Empfinden und sein Suchen nach künstlerischem Ausdruck in der räumlichen Präsenz. War es zuerst noch die Strenge und Linienbezogenheit allgemeiner geometrischer Formen, die er ausprobierte, so löste er sich seit 1986 wieder davon ab, begann sich möglicherweise der „Weichheit“ und der reichen Formbarkeit von Blei bewusst zu werden. Folgerichtig ließ er die geometrische und strenge Klarheit zugunsten von polymorphen, also vielgestaltigen Formspielen mehr und mehr hinter sich. Die Linienführung wurde weicher und unregelmäßiger. Mit der beweglichen Verbindung einzelner Formelemente erreichte er dann eine außerordentliche Steigerung seiner plastischen Möglichkeiten. Über die Veränderbarkeit der Teile und ihrer Lage im Raum spielte er mit der Erscheinungsform der Objekte. So erzeugte er vieldeutige und spannungsvolle Werke, die zur permanenten Veränderung und dem damit gewonnenen Perspektivwechsel animieren.

Auf diese spannungsvollen Wandlungen fokussiert diese Präsentation ausgewählter Werke aus dem künstlerischen Nachlass Günther Bergers. Auf Vermittlung seines Bruders Gottfried wurde dieses Konvolut 2016 durch Clemens Berger, den Sohn des Künstlers als Schenkung an die Stiftung Kunstsammlung der Diözese Würzburg übereignet. Als Zeichen der Wertschätzung für diese großherzige Schenkung zeigt das MAD nun Teile daraus erstmals in seinen Räumen.

Angelegt als eine Art Schaudepot werden ausgewählte Arbeiten in einem Regal präsentiert, wo sie nebeneinander betrachtet und miteinander verglichen werden können.

 

Biografie
Günther Berger
 * 1929 in Theresienfeld, CZE

† 2014 in Frankfurt/Main 

Nach einer Ausbildung an der Holzschnitzschule Bischofsheim besuchte er von 1949 - 1950 die Kunst- und Handwerkerschule in Würzburg

1950 - 1957 folgte das Studium der Bildhauerei am Städel, Hochschule der Bildenden Künste in Frankfurt/Main, wo er Meisterschüler bei Hans Mettel war.

Nach dem Studium beschäftigte er sich in den sechziger Jahren v. a. mit geschweißten Eisenplastiken. Danach folgten Plastiken aus getriebenem Aluminium und Arbeiten in Papier. Ab 1979 wurde Blei zum Material seiner Wahl. Zunächst schuf er Plastiken in geometrischen Formen, ab 1986 schließlich entwickelte er seinen Stil und erweiterte sein künstlerisches Spektrum um bewegliche Bleiplastiken.

Gemeinsam mit dem Würzburger Maler Dieter Stein, mit dem er ein enges künstlerisches Verhältnis pflegte, entstanden von 1977 bis 1999 umfangreiche Gruppen von Collagen.

1958 erhielt er ein DAAD Reisestipendium für Italien, wo er sich 1960 nochmal als Stipendiat der Villa Massimo in Rom vervollkommnen durfte.

Arbeiten von ihm befinden sich in zahlreichen Sammlungen, unter anderem in der Städtischen Galerie im Städel, Frankfurt/Main, der Städtischen Galerie Würzburg, dem Kunstarchiv Kaiserswerth, Düsseldorf, der Städtischen Sammlung Neu-Ulm, der Sammlung Bahnhof Rolandseck und dem Kunst- und Literaturarchiv Insel Hombroich, Neuss.

Arbeiten im öffentlichen Raum finden sich u. a. in Frankfurt, Hanau, München, Marburg, Gießen, Bad Homburg, Wiesbaden, Fulda u.a.

DU BIST GEFRAGT!

Welches Museum braucht die Kirche?
Podiumsdiskussion im Rahmen des Aschermittwochs der Künstler 2026
 

Hier geht's zu den Berichten: 

Main-Post: Das Museum am Dom in Würzburg schließt für zwei Jahre: Welches Museum braucht die Kirche überhaupt?

(Artikel hinter der Bezahlschranke) 

Bistum Würzburg: Was macht ein gutes Museum aus?

Videobeitrag Kirche in Bayern: Ausgabe 22. Februar (ab Minute 5:30): https://kircheinbayern.de/

 

Am Podium nahmen teil:

- Anne Kraft, Sachgebietsleitung Museen beim Bezirk Unterfranken

- Dr. Anja Lempges, Direktorin des Dom- und Diözesanmuseums Mainz

- Dr. Fabian Müller-Nittel, Direktor der Museen Miltenberg

- Dr. Jochen Ramming, Geschäftsführer frankonzept Würzburg

- Dr. Christine Schrappe, Leiterin der Hauptabteilung Bildung und Kultur der Diözese Würzburg

- Dr. Jürgen Emmert, Leiter Abteilung Kunst der Diözese Würzburg

Danke an Mathias Wiedemann für die Moderation und die Theaterhalle am Dom, dass wir bei Euch zu Gast sein konnten! 

 

 

Foto: Kerstin Schmeiser-Weiß, POW

 

Blind Dates mit einem Bild

Wie verändert sich der Blick, wenn wir einem einzigen Kunstwerk Zeit schenken?
Wenn wir nicht durch die Ausstellung streifen, sondern innehalten, verweilen, betrachten und spüren?

Das sind die Fragen, die beim Format bilder:zeit im Fokus stehen... Und so war die bilder:zeit im Februar. Es war so ein schöner Abend mit Euch! Danke an alle, die sich darauf eingelassen haben, Kunst mit anderen Augen zu sehen. Und sich vor allem ZEIT zu nehmen, zu verweilen. Denn ja, der Blick verändert sich, wenn wir einem einzigen Kunstwerk Zeit schenken... Mit kreativen Ideen, vielen Fragen, noch mehr Neugier und Entdeckerlust haben wir uns an diesem Abend im MAD einem Bild von Jaroslav Drazil angenähert...

Die bilder:zeit findet statt als Kooperation von zwischen:zeit und MAD - Museum am Dom Würzburg.

In einer Zeit, in der vieles schnell geht, lädt bilder:zeit ein, zu entschleunigen und still zu werden – mit sich, dem Moment und einem ausgewählten Kunstwerk. Ohne Ablenkung. Ohne Anspruch, alles zu verstehen. Nur schauen, wahrnehmen, sich berühren lassen. Eine Stunde lang.
Begleitet von kurzen Impulsen, die helfen, die eigene Wahrnehmung zu vertiefen, wird die Begegnung mit dem Kunstwerk zu einem offenen Prozess: meditativ, nachdenklich, manchmal überraschend.

Ort: MAD - Museum am Dom

Begleitung: Maria Walter – MAD, Michael Ottl – zwischen:zeit

Kosten: € 5,-

Foto: Kerstin Schmeiser-Weiß (POW)

Hier klicken und den gesamten Bericht über den Abend im Februar lesen - inklusive vieler Bilder: Bericht.

Riemenschneider-Altar in Münnerstadt neu gestaltet:
Gelungene Sanierung der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena Münnerstadt
 

Am Sonntag, 23.11. wurde der neu gestaltete Altar der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena Münnerstadt geweiht. Das Ritual der Altarweihe durch Bischof Franz Jung stand im Zentrum des festlichen und beeindruckenden ersten Gottesdienstes. 

Hier findest du einen kleinen Bericht über die Feierlichkeiten

Zum Hintergrund
In der Kirche St. Maria Magdalena in Münnerstadt (Landkreis Bad Kissingen) befindet sich einer der bekanntesten Riemenschneider-Altäre, ausgeschmückt mit zahlreichen kunstvoll gearbeiteten Figuren aus Lindenholz. 

1492 aufgestellt, wurde der Altar über die Jahrhunderte hinweg immer wieder an den Zeitgeschmack angepasst und verändert. Über alle Umbauten und Verwandlungen hinweg sind einige der Originalfiguren aber immer in Münnerstadt verblieben: Der Heilige Kilian, Diözesanpatron, die Heilige Elisabeth von Thüringen (auf dem Foto zu sehen), Patronin des Dt. Ordens, der für Münnerstadt eine wichtige Rolle spielt, sowie zwei Johannes-Figuren und der Gnadenstuhl, der Gottvater mit dem toten Jesus zeigt. Ebenso zwei der vier Relieftafeln aus den Altarflügeln. 

Andere Figuren und Relieftafeln wurden zum Großteil verkauft und befinden sich inzwischen u.a. im Bayerischen Nationalmuseum München oder im Bode-Museum in Berlin. 

2019 starteten Renovierungsarbeiten in Münnerstadt, die Original-Riemenschneider-Werke wurden daher nach Würzburg verbracht. Seitdem wurden die Altarfiguren zwei Mal ausgestellt: Zum einen 2019/2020 im MAD ("Riemenschneider X Stoß") sowie in München im Bayerischen Nationalmuseum im Rahmen der Ausstellung "Kunst & Kapitalverbrechen" 2020. 

Diözesankonservator Wolfgang Schneider hat all diese Ausflüge und Aufenthalte der wertvollen Werke begleitet und koordiniert. Zuletzt eben die "Heimreise" nach Münnerstadt. Dort ist der Altar ab jetzt wieder zugänglich.

POW-Bericht mit vielen Bildern: https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/altarweihe-in-muennerstadt/

Zur Website der Pfarrei mit einem Bericht.

Zum Beitrag der Main-Post ("Altarweihe in Münnerstadt: Ein besonderes Ereignis", Artikel hinter der Bezahlschranke). 

Mehr zur Sanierung ("Münnerstädter Stadtpfarrkirche erstrahlt in neuem Glanz", Main-Post). 

 

11.10.2025 BIS 11.01.2026 / VERLÄNGERT BIS 25.01.

MAD_Lab
Mehr Künstlerinnen!
Neue Werke für das MAD
 

Die nachdrückliche Aufforderung Mehr Künstlerinnen! steht für das Bewusstsein, dass auch der Sammlungsbestand des Museums am Dom von männlichen Kunstschaffenden dominiert wird. In jüngster Zeit allerdings haben zahlreiche Neuzugänge von Kunstwerken von Frauen das Ungleichgewicht verbessert. So entstand die Idee, eine Auswahl aus diesen noch nie im MAD gezeigten Arbeiten zu präsentieren. 

Eine Auswahl daraus präsentiert nun Kunstwerke, die zuvor noch nicht im MAD gezeigt wurden. Mit Werken von: Gertraud Bartholme, Madeleine Dietz, Gerda Enk, C.U.Frank, Helga Franke, Ute Rakob, Gertrude Reum und Julia Rosemarie Stephan.

Die Konzeption dieser Präsentation im MAD_Lab ist indes nicht darauf angelegt, vordergründig die benachteiligte Rolle von Frauen in der Kunst zu erörtern. Sie versucht vielmehr – gerade auch aus dem Bewusstsein vieler Ungleichheiten heraus – die Blicke auf das vielfältige künstlerische Nachsinnen und Empfinden von Künstlerinnen zu lenken und dabei die direkte Befragung der ausgestellten Positionen anzustoßen.

In der Zusammenschau tritt ein reiches und vielstimmiges Potpourri an Medien, Stilen und Bildsprachen zutage, das unsere Perspektiven
und Sichtweisen auf Mensch, Natur, Gesellschaft und Welt erweitert, aber auch brennende Fragen unserer Zeit verhandelt.

Kuratiert von Christoph Deuter und Michael Koller.

 

PRESSE

BR Frankenschau aktuell zur Ausstellungseröffnung

Immer mehr Frauen prägen die Kunstwelt. Doch in Museen bleiben sie oft unsichtbar. Das Museum am Dom in Würzburg ändert das: Die Ausstellung "Mehr KünstlerINNEN" rückt Werke von Frauen in den Mittelpunkt und zeigt, wie weiblich Kunst heute ist. Die BR Frankenschau hat aktuell zur Ausstellungseröffnung berichtet. Hier den Beitrag vom 10.10.2025 in der Mediathek anschauen: Würzburger Museum setzt Zeichen

BR Radiobeitrag

Gleichstellung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe - wobei jede*r in seinem*ihrem Bereich Veränderungen anstoßen kann! Die Kuratoren Christoph Deuter und Michael Koller im Interview mit dem BR - es geht um die Grundidee zur Ausstellung, das Gewachsensein der Sammlung und das, was Museen leisten können, um Künstlerinnen sichtbarer zu machen - und was nicht. Außerdem Hintergründe zum sogenannten "gender show gap". Hier den Radiobeitrag anhören: https://www.br.de/radio/br24/import/audiovideo/ausstellung-mehr-kuenstlerinnen-im-museum-am-dom-in-wuerzburg-100.html 

POW Würzburg

Mehr Künstlerinnen und neue Perspektiven: Ausstellung im MAD_Lab des Würzburger Museums am Dom zeigt ausschließlich Kunst von Frauen: Beitrag

Impressionen der Ausstellung sind auch nach Ausstellungsende auf Facebook und Instagram zu entdecken. DANKE für diese wunderbare Ausstellung und viele Besucher*innen! 

 

 

Mehr zu den "Neuen"


Ausgestellt wurden Werke von Gertraud Bartholme, Madeleine Dietz, Gerda Enk, C.U.Frank, Helga Franke, Ute Rakob, Gertrude Reum und Julia Rosemarie Stephan. Der Folder liefert Hintergründe zu den Künstlerinnen und ihren (Lebens-)Geschichten... Was hat sie geprägt? Was leitet sie in ihrem Schaffen? Mit Abbildungen der gezeigten Objekte und vielen interessanten Infos. 

Hier kannst Du ihn herunterladen. Viel Spaß beim Entdecken! 

Friedrich Press on tour


Chemnitz ist Kulturhauptstadt Europas 2025. Das ist Anlass für eine Ausstellung zu Friedrich Press. An mehreren Ausstellungsorten sind Werke des deutschen Künstlers (1904-1990), der lange Zeit in Dresden lebte und wirkte, zu sehen. Der Großteil der dort gezeigten Werke sind Leihgaben aus unserem Sammlungsbestand, den wir - bis auf wenige Ausnahmen - großzügigen Schenkungen der Familie Press verdanken. Es ist die größte Sammlung von Werken des Bildhauers und Zeichners, der auch viele Kirchenräume modern gestaltete. Noch bis zum 16. November 2025 läuft die Ausstellung in St. Jakobi, St. Johannes Nepomuk und der Galerie e.artis.

Mehr dazu

Kunst geht fremd 2025


Auch 2025 haben 18 Häuser die Besucher*innen auf eine Entdeckungsreise durch ganz Unterfranken eingeladen. Das Motto dieses Jahr: Kunst geht fremd ...und mit der Zeit.  

Gehen Sie mit der Zeit? Was bedeutet es überhaupt, wenn man „mit der Zeit geht“? Diese Frage haben sich die 18 Museen gestellt, die ihre Objekte nun bereits zum 15. Mal auf die Reise durch Unterfranken schicken. Und so präsentiert jedes Museum ein geliehenes Objekt, das nicht ganz in den eigenen Ausstellungskontext passt. Aber sie ermöglichen den Besucherinnen und Besuchern, neue Blickwinkel einzunehmen, die Perspektive zu wechseln und die vielleicht bereits wohlbekannte Dauerausstellung in einem neuen Licht zu sehen.

Alle Ausstellungsstücke setzen sich mit der Zeit auseinander: Die Objekte erzählen sowohl von der Endlichkeit, derer wir uns manchmal nicht und manchmal ganz besonders bewusst sind. Von Modernität und dem damit verbundenen Lebensgefühl einer Epoche und Gesellschaft. Manche Objekte zeigen die Zeit an und geben der Zeit, die erstmal unendlich und nicht greifbar zu sein scheint, eine Maßeinheit. Wer mit der Zeit geht, ist offen für Veränderung, für Innovationen und Fortschritt. Und so stehen die „Fremdgänger“ in diesem Jahr, alle zusammen und jeder für sich für all diese unterschiedlichen Facetten von Zeit.

Das Objekt, das wir 2025 beherbergen durften: eine Uhrenkette mit Taschenuhr aus dem 19. Jahrhundert (Länge ca. 29 cm) aus dem Henneberg-Museum Münnerstadt. 

Hier kommst Du zum Beitrag von TV Mainfranken über die Eröffnung am 22.07.2025.

 

MAD_INTERVENTION 
UTE RAKOB. SPUREN DER ZEIT
10.05. BIS 14.09.

 

„Ich male den Vergang. In ihm die Momente von Schönheit“ - So beschreibt die Künstlerin Ute Rakob ihre Arbeit. Die Ausstellung „Ute Rakob. Spuren der Zeit“ zeigt ihre Werke im Kontext der Dauerausstellung im Museum am Dom in Würzburg.

Anlass ist eine Schenkung von 37 bedeutenden Arbeiten aus ihrem Werk an die Stiftung Kunstsammlung der Diözese. Höhepunkte sind ihre jüngste Arbeit „Die große Fülle“ und ein Video zu ihrem zentralen Werk „Die große Wunde“, das erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt wird. Zudem werden „Die große Wunde“ und der „Tieraltar“ zu sehen sein.

Ute Rakob lebt und arbeitet in Wien und Italien. Im meisterhaften und subtilen Abbilden zufälliger Fundstücke aus Holz, Stoff, Metall, Plastik, Keramik oder Glas, die ihr auf ihrer immerwährenden Spurensuche begegnen, spürt sie existenziellen Fragen und Überlegungen zum menschlichen Sein nach. Sie entdeckt Verletzlichkeit, Vergänglichkeit und Zerfall, gemahnt an die Bedrohung und Zerstörung von Schöpfung und Umwelt. Zugleich bannt sie die Magie und Schönheit, die sie in den Dingen sieht, mit behutsamer Achtsamkeit auf den Malgrund. 

„Alles Wesentliche hinterlässt Spuren. Im Zufall der
Wirkmächte des Windes und der Wellen des
Meeres formen sich Algen, Steine, Pflanzliches. Alles
Schönheiten, im Chaos dieser vegetativen Reste
an Stränden zu finden. In diesen Bildern wird der
Reichtum dieser vergänglichen Funde in Form und
Farbe festgehalten.“

Ute Rakob über ihr Werk "Spuren (Algen)", 2021 - Öl auf Holz, 65 x 65 cm

Werden und Vergehen
Das Video wurde in der Ausstellung erstmals öffentlich gezeigt. 

Die Grundlage des 2025 entstandenen Videos ist ein 1997 in Italien am Wegrand gefundener Rest eines Brokat-Stoffes. Während die Malerei in ihrer Dauer Bestand hat, vergeht das Stoff-Fragment in langsamer Auflösung in Licht.

MALEREI von Ute Rakob
Titel: Die große Wunde
Entstehungsjahr: 1998
Technik: Öl auf Holz

VIDEO von Ute Rakob und Sebastian Fröhlich
Titel: Werden und Vergehen
Entstehungsjahr: 2025
Konzept: Ute Rakob und Sebastian Fröhlich
Schnitt: Sebastian Fröhlich
Musik: Musik: Naji Hakim - Le Livre du Saint-Sacrement XVI. Prière après la Communion
Dauer: 5:57 Minuten

 Zur Website der Künstlerin: https://uterakob.at/ 

Pressebericht "Über die wunderbare Ästhetik des Verfalls"

Info-Folder

mit einer Biographie der Künstlerin, weiteren Informationen zu ausgewählten Werken der Schenkung und Einblicken in das Denken und Erleben von Ute Rakob. Hier lesen.

Bildnachweis Plakatmotiv: Die große Fülle (Titel- und Plakatmotiv) © VG Bild-Kunst, Bonn 2025, Foto: Roman Keller, Wien

Interview mit Ute Rakob

Die Künstlerin hat im Juni 2025 ein schriftliches Interview mit Maria Walter geführt und über ihren Blick auf die Welt gesprochen, was es für sie bedeutet, sich von liebgewonnenen Bildern zu verabschieden und welche spirituelle Dimension für sie im Licht liegt... Und die Frage beantwortet, was sie für ihre Arbeit unbedingt braucht. Viel Freude beim Lesen! 

Du kannst es hier einsehen und auch die einzelnen Fragen in kurzen Videos über die Social-Media-Kanäle nachlesen.

MAI 2025

MAD_auf meine Art:

Ein Abend mit Jaroslav Drazil

Gemeinsam haben wir einen Rundgang durch das MAD unternommen. Der Plan für diesen Abend? Unsere Erfahrungen und Eindrücke miteinander teilen - und Einblicke in das Wahrnehmen und Schaffen des Künstlers, dessen Werk "Vater und Sohn" aus dem Zyklus "Factum est" im MAD zu sehen ist, bekommen.  

Danke für den tollen Abend und deine - ganz eigene, ganz feine, ganz spannende - Sicht auf die Kunstwerke... Es war schön, mit dir ins Gespräch zu kommen und miteinander über unsere Eindrücke zu sprechen. Mit ganz viel Ruhe und mit ganz viel Zeit.

Ein besonderer Moment für uns an diesem Abend: Mit dir deiner Faszination und deiner Begeisterung für die Arbeit von Ute Rakob nachzuspüren... Und die Wandfarben nehmen wir jetzt glaube ich auch alle nochmal ganz neu wahr.

Weitere Arbeiten des deutsch/tschechischen Malers sind u.a. im Motel One zu sehen - seit kurzem ist außerdem sein "Campus Kaleidoskop" im Gebäude Uni Hubland Z6 der Julius-Maximilians-Universität Würzburg zu entdecken. Außerdem sind weitere Werke aus dem Zyklus "Factum est" gerade in der KHG (Thomas-Morus-Kapelle, Hofstallstraße 4, 97070 Würzburg) zu sehen.  

01.02. bis 13.04.2025

MAD_Lab
Im Blick: Vier Würzburger Domherren-Portraits des 18. Jahrhunderts
 

Bis zur Säkularisation war das Würzburger Domkapitel Herrschaftsträger des Domstifts mit eigenen Einkünften und Besitzungen. Mitglieder des Kapitels, das aus 24 Domherren bestand, konnten nur Adelige werden. Nach dem Tod eines Bischofs übernahm das Kapitel die Regierungsgeschäfte, bis die Domherren ihr wichtigstes Recht ausgeübt hatten, nämlich die Wahl eines neuen Bischofs für Würzburg aus ihren eigenen Reihen.

Vom Selbstverständnis dieser adeligen Domherren künden nicht zuletzt ihre Portraits. 2024 gelang es mit der Hilfe der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken und der Stiftung Kunstsammlung der Diözese Würzburg im italienischen Kunsthandel das Porträt des Würzburger Domherrn Johann Philipp Karl Anton von Fechenbach (1708-1779) zu erwerben. Das Bildnis dieses bedeutenden geistlichen Protagonisten im Würzburg des 18. Jahrhunderts steht nun zusammen mit drei weiteren Domherrenportraits im Mittelpunkt einer Kabinettausstellung im Museum am Dom.

Ergänzend werden ausgewählte Objekte aus dem Bestand des Domschatzes gezeigt.

01.02. BIS 13.04.

MAD_Intervention: Unendlichkeit

 

Die MAD_INTERVENTION lädt ein zu neuen Standpunkten. Sonja Edle von Hoeßle entwickelt mit ihren Endlosschleifen die Aufhebung der Zeit. Die Schleifen entwickeln sich aus der Linie, schwingen aus, kehren zu sich selbst zurück. Unendlichkeit und Beginnlosigkeit fallen in eins.

Herbert Mehler setzt in den beiden gezeigten Skulpturen einzelne Module zu einer Säule zusammen. Die Module lassen sich als unendlich wachsende Himmelsleiter weiter denken. Sie sind auch als Hommage an den Bildhauer Constantin Brancusi zu verstehen. Dieser hatte mit seiner fast 30 Meter hohen SÄULE DER UNENDLICHKEIT 1938 in Rumänien sein Lebenswerk geschaffen.

Zu den Websites der Künstler:

https://edle-von-hoessle.com/ und

https://herbert-mehler.com/index.php/de/

 

13.12.2024 bis 19.01.2025
Weihnachtliches Intermezzo

DIE DETTELBACHER KLOSTERKRIPPE und Maria in der Hoffnung - "Die Schwangere" aus Astheim - im MAD
 

„Maria in der Hoffnung“ - eine Holzskulptur der schwangeren Muttergottes, gestaltet wie ein Tabernakel, ein Schrein für das Jesuskind…

Auch eng mit der Motivik verknüpft ist das „Frauentragen“ - ein alter christlicher Adventsbrauch. Dabei „wandert“ eine Figur der schwangeren Familie innerhalb einer Pfarrgemeinden von Familie zu Familie. Eine schöne Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu sein. Denn die vorweihnachtliche Zeit steht im Zeichen des Weges, des Aufbruchs und des Wanderns: Maria und Josef sind unterwegs nach Bethlehem, die Hirten suchen das Kind. Gott und Mensch sind unterwegs zueinander…

Maria in der Hoffnung wird noch bis zum 19.01. im MAD zu sehen sein. Lange Zeit war sie im Museum Kartause Astheim ausgestellt.

Zeitgleich ist die DETTELBACHER KLOSTERKRIPPE zu sehen. 

Die Krippe aus dem Franziskanerkloster war zuletzt im Kloster ganzjährig in einer Vitrine aufgestellt. Ob sie schon ursprünglich für den internen klösterlichen Gebrauch angeschafft worden ist oder doch für die öffentliche Aufstellung in der Wallfahrtskirche, ist nicht bekannt. Das Figurenensemble ist zeitlich relativ geschlossen in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zu datieren.

Dennoch lassen sich verschiedene Gruppen und damit verschiedene Hersteller definieren. Die meisten der textil bekleideten Figuren sind Figurinen mit an Drähten fixierten Köpfen, Armen und Beinen aus gefasstem Holz. Fünf der Hirten, fünf der Afrikaner und alle Engel sind vollständig aus Holz geschnitzt. Deutliche Gruppen bilden auch die exotischen Krieger und die Soldaten mit den Raupenhelmen, die sichtlich in einer Werkstatt entstanden sind. 

Die erhaltenen Szenen beschränken sich auf die Anbetung der Hirten und den Zug der Könige mir ihrem Gefolge. Die Soldaten und eine Halbfigur, die wohl den greisen Simeon darstellt, lassen auf ehemals mehr Personal für zusätzliche Szenen schließen. Der große Bestand an erhaltenen Kulissen stützt diese Beobachtung. Erstaunlich ist die Menge der subtil geschnitzten Tiere: Schafe, Rinder, Esel, Pferde, Kamele und ein Elefant. Die Qualität und die Machart der Figuren weisen vor allem auf München als Entstehungsort, aber auch auf Oberammergau und vielleicht Tölz.

01.10. bis 08.12.

Filmreihe im MAD_Lab

 

Zwischen Anpassung und Rebellion.
Ostdeutsche Künstler im Film

 

Die Filmreihe im MAD_Lab anlässlich der 35-jährigen Friedlichen Revolution vom Herbst 1989 im setzt den Fokus auf den Schwerpunkt der Sammlung des MAD mit ostdeutscher Kunst und ihren hochkarätigen Vertretern. Filmische Porträts zeigen die Persönlichkeiten hinter ihren Werken - mit ihren Widersprüchen und Ängsten, ihrer Auflehnung oder Anpassung.

Die porträtierten Künstler sind Fritz Cremer, Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Michael Morgner, A. R. Penck, Friedrich Press, Willi Sitte, Werner Tübke, Michael Triegel und Max Uhlig.

Kurator: Christoph Deuter

 Jede Woche wurde ein anderer Film gezeigt, der Einblicke in Leben und Werk der dargestellten Künstler*innen gibt.

MAD_Event: Künstler Michael Morgner zu Gast

Dezember 2024

Im Rahmen der Filmreihe „Zwischen Anpassung und Rebellion“ war am Sonntag, 01.12. ab 14h00 Michael Morgner zu Gast im MAD Museum am Dom. Im Rahmen von Filmvorführung und Gespräch hatten die Besucher*innen die Möglichkeit, einen einzigartigen Einblick in das künstlerische Schaffen Morgners zu gewinnen und mit dem 1942 geborenen Künstler in Austausch zu treten.

Michael Morgner zählt zu den unangepassten Künstlern der ehemaligen DDR. Er ist Mitbegründer der zunächst unabhängigen Galerie und gleichnamigen Künstlergruppe Clara Mosch in Chemnitz.

Gezeigt wurde der Film „Schwarze Kreuzigung“ (Dauer 25 Minuten, 2017), der die Arbeit des Künstlers am gleichnamigen Werk von 2016 dokumentiert. Das 3x5 Meter große Bild gehört zum 14-teiligen Werkkomplex „Codex Morgner“. „Es ist phantastisch anzusehen, wie Morgner arbeitet, wie viel Kraft er in seine Arbeit hineinlegt“, so Kurator Christoph Deuter.

In Würzburg ist Morgner neben seinem im Museum am Dom ausgestellten Werk, dem „Kemberger Altar“ (2000/2001) auch durch seine Skulptur „Auferstehender und Fallender“ auf dem Kiliansplatz und seinem Altar in der Neumünsterkirche bekannt.

MAD_at night: Nachts das Museum entdecken 

November 2024

Heute gehört das MAD den Studierenden. Auf eigene Faust Kunst erkunden - Taschenlampe an und los! Ein Abend in Kooperation mit der KHG (Katholische Hochschulgemeinde) Würzburg

Mitten im grauen November bringen wir Farbe in den Alltag!
Wir erkunden das MAD-Museum am Dom mit seinen Kunstwerken vom 10. bis zum 21. Jahrhundert – und zwar am Abend. Taschenlampe an und die bunten Themenwelten entdecken – was begegnet dir zwischen Skulpturen von Riemenschneider, Barlach oder Kollwitz? Was lösen die Werke von Wahrhol oder Haring, moderne Grafiken oder Video- und Audioinstallationen bei dir aus? KHG goes MAD! Kommst du mit?

Über 20 Menschen haben das Museum auf ganz neue Weise erkundet... Schön, dass ihr da wart! Bilder folgen ; ) 

KUNST GEHT FREMD! 

Unter dem Motto „Kunst geht fremd“ tauschen unterfränkische Museen seit 2011 einmal im Jahr Kunstwerke und Objekte aus. In diesem Jahr geht es um den facettenreichen Begriff des Ankommens.

Auch 2024 waren wir als MAD dabei. Wir haben das Werk "Geteiltes Kreuz" von Ute Rakob an das Spessartmuseum in Lohr verliehen. Wir selbst bekamen eine barocke Prachtweste vom Heimatmuseum Ebern ausgeliehen.

Mehr Infos: kunst-geht-fremd.de

Das waren die Highlights rund um die Aktion: 

Freitag, 06. September 2024

MAD_outreach: Objektgespräch

 Michael Koller vom MAD zu Gast in Lohr

 

Sonntag, 29. September 2024, 12:30 Uhr

MAD Würzburg

Vom Sein und Schein oder Kleider machen Leute - eine barocke Prachtweste aus Ebern zu Gast im MAD

Bemerkenswertes zu Herkunft und Restaurierung des stolzen Kleidungsstücks. Stefan Andritschke (Bürgerverein Ebern) und Sibylle Ruß (Dipl. Rest.)

 

Danke an alle, die dabei waren! 

 

Zum Fernsehbeitrag von TV Mainfranken hier klicken (ab Minute 15:50 geht's um die Kunst).

 #KunstGehtFremd

MAD_auf meine Art: #endlichankommen mit Dr. Pia Beckmann

November 2024

Jeder Mensch – egal wie alt, egal woher – will irgendwann endlich ankommen. Wir zeigen 1.000 Menschen und ihre Geschichten vom Ankommen in Würzburg. In kreativen Formaten jeder Art laden wir ALLE ein, über diese Geschichten ins Gespräch zu kommen, gemeinsame Werte zu entdecken und sie im besten Fall gemeinschaftlich umzusetzen.

Danach gibt's bei einem Getränk die Möglichkeit zum miteinander ins Gespräch kommen und DEINE Geschichte(n)! 

Weitere Infos hier: https://www.endlichankommen.info/

FRITZ KOENIG. SCHÖPFUNGEN
Das Domportal und sein Künstler

 13.04.2024 BIS 14.07.2024

Am 20. Juni 2024 wäre Fritz Koenig 100 Jahre alt geworden. Die ist Anlass, dem in Würzburg geborenen eine Ausstellung im Museum am Dom zu widmen. Zu seinen bedeutendsten Werken zählt das Bronzeportal des Würzburger Domes (1962/67). Koenig gewann 1963 den Künstlerwettbewerb zur Gestaltung der Domtüren. Seine, sowie die beiden zweit- bzw. drittplatzierten Entwürfe von Albert Schilling und Otto Sonnleitner werden in der Ausstellung vertreten sein. Weitere Objekte geben einen Querschnitt von Koenigs Schaffen zwischen Figuration und Abstraktion. Eine große Rolle spielen dabei die Tiere, insbesondere Pferde, die er auch als erfolgreicher Züchter in seinem Gestüt hielt. Koenig sah sich auf engste mit ihnen verbunden. Seine Zeichnungen von Mischwesen geben eine Ahnung davon.

Das Gedenken an Schmerz und Leid, wie Koenig es als Kind und im Krieg erleben musste, spiegelt sich in seinen als Votiven, Karyatiden und Epitaphien bezeichneten Skulpturen wider. Die Betrachtenden von Koenigs Kunst sollen sich dabei in die Werke hineinfühlen, sollen Stützendes und Belastendes körperlich mitempfinden.

Internationalen Durchbruch erreichte er mit seiner sogenannten Kugelkaryatide von 1967-72, die auf der Plaza zwischen den beiden Türmen des Word Trade Centers in New York bis zum Anschlag vom 11. September 2001 aufgestellt war und nun als Mahnmal am Battery Park steht.

 

AKTUELLER BR Radio-Beitrag (Bayern 2 Kulturleben - klicken um zur Sendung zu gelangen)

 

Zum Download des Begleit-Folders (deutsch und englisch) unten auf den Link klicken! (There's an english version which you can download, too!)


Special Event am 05.05. DJ Lucid Lava Lamb im MAD!

Musik-Kunst-Ausstellung
Das Besondere? Die gewohnte Stille des Museums wird durch Soundkulissendesign neu belebt.

Museum, aber in einem anderen Ton. Das Museum am Dom & die Theaterhalle am Dom laden zusammen mit dem Künstler lucidlavalamb (Live-DJ von nand) zum Zuhören, Träumen und Bewegen ein - Soundkulissendesign auf zwei Etagen.

Von 16-19 Uhr wurde in entspannter Atmosphäre die aktuelle Kunstausstellung im Museumssaal mit Ambient, Epic & Chill Sounds untermalt. Die Soundkulissen sind von den Kunstwerken inspiriert und dadurch die Kunst durch Musik emotionalisiert und neu interpretiert.


Im Anschluss gab's von 19-22 Uhr zu Tanz, Bewegung und Austausch in der Theaterhalle unter dem Museumssaal. In Visuals auf den riesigen Sichtbetonwänden tauchen Abbilder und Erinnerungen an die Kunstwerke des MAD wieder auf. Kunst als Zeuge von fast 1000 Jahren Geschichte in einem völlig unerwarteten Zusammenhang. Dazu elektronische, kosmische & atmosphärische Dance-Music, sowie Drinks und Loungeflair für Körper und Geist.

Es ist alles nicht Tanz einfach - oder doch?!


LEAVING PARADISE

18. NOVEMBER 2023 - 25. FEBRUAR 2024

Die MAD_Intervention „leaving paradise“ - zu entdecken waren knapp 50 Werke aus dem Schaffen von Marco Wagner. Grafiken, Zeichnungen, Collagen und Gemälde des gebürtigen Würzburgers und Wahlrhöners mischten sich unter die Werke der Dauerausstellung. 

IMPRESSIONEN

Die MAD_Intervention nochmal erleben: Einfach auf eines der Bilder klicken und in groß anschauen.



DER TEURE MANN

28. MAI - 30. JULI 2023

Im Mittelpunkt der Präsentation im MAD_Lab steht die älteste erhaltene Büste des heiligen Kilian, die zudem die einzige erhaltene Reliquienbüste des Heiligen ist.

Der Heil'ge Stuhl hat dich gesandt,
voll Huld zu uns ins Frankenland.

Du hast erlöst uns Franken frei,
vom Greuel der Abgötterei.

Das göttlich Wort hast ausgesät,
von ihm der Franken Heil ersteht.

An deiner Lehr' das Licht entbrannt,
das nicht erlischt im Frankenland.

Den Herzog Gosbert hast bekehrt,
die Fürstenstadt Würzburg gelehrt.

Die sündlich' Eh' verboten hat,
wie Sankt Johann der Täufer tat.

Gailana dann den Gottesmann
aus Rache zu ermorden sann.

Er hat besprengt mit seinem Blut
den ausgestreuten Samen gut.

Sehr hat geliebt sein Frankenland,
sein Blut gab er zum Unterpfand.

In Würzurg ruht der heil'ge Mann
mit den Genossen lobesam.

Lass dir die edlen Franken dein
von Herzen anbefohlen sein.


17. Februar  - 26. April 2023

Friederike Griebel ist eine zeitgenössische Künstlerin und Kommunikationsdesignerin aus Norddeutschland. Sie lebt und arbeitet in München als Beraterin und freiberufliche Designerin.

Ihre Inspiration zieht sie aus ihrer Leidenschaft für psychologische Fragestellungen und dem Bedürfnis, Menschen zu verstehen. In ihrem 4-jährigen Studium an der Fakultät Gestaltung griff sie in ihren Arbeiten stets auf die Inhalte ihres Psychologiestudiums sowie auf die Erfahrungen, die sie bei Reisen durch Mittel- und Südamerika gesammelt hatte, zurück. 
In ihrem kreativen Schaffen setzt sie den Fokus auf Generative Gestaltung, Typografie und Fotografie.

 

„The aesthetics of nonsense“ im LABOR des MAD beinhaltet Werke, die im Zuge einer experimentellen Auseinandersetzung mit Entscheidungsfindungsprozessen entstanden sind. Schwerpunkt dieser Experimente war das Loslösen von gewohnten Strukturen und sicheren Wegen - hin zu ganz neuen, unkonventionellen Ideen und Möglichkeiten über die Grenzen unseres Verstandes hinaus. Zu sehen ist die künstlerische Verkörperung von „Snapshots“, die mithilfe generativer Gestaltung und Künstlicher Intelligenz im kreativen Prozess neu interpretiert und geformt wurden.  


30. November 2019 - 4. Oktober 2020

An der Schwelle vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit war die heute 7600 Einwohner*innen zählende Stadt Münnerstadt aufgrund ihrer Lage an der wichtigen Handelsstraße zwischen Nürnberg und Erfurt wohlhabend. So konnte sie es sich leisten im Jahr 1490 den aufstrebenden Würzburger Bildhauer Tilman Riemenschneider mit der Herstellung eines neuen Hochaltars für den Chor der Pfarrkirche St. Maria Magdalena zu beauftragen. 1492 war das Flügelretabel vollendet und ohne farbige Fassung aufgestellt. Für das Bemalen der Holzskulpturen und die Fertigung von vier Tafelbildern mit der Kilianslegende verpflichtete der Stadtrat den Nürnberger Bildhauer und Maler Veit Stoß, der sich 1504 und 1505 bei seiner Tochter in Münnerstadt aufhielt. Auch wenn sie sich nie persönlich begegnet sind, bildet der Münnerstadter Altar so den Schnittpunkt auf den Lebenswegen der beiden wohl bekanntesten Künstler der deutschen Spätgotik.

Die Restaurierung der bedeutenden mittelalterlichen Farbfenster im Chor der Münnerstadter Pfarrkirche macht es nun notwendig, die dort erhaltenen Originalwerke von Tilman Riemenschneider und Veit Stoß zu sichern. Damit bietet sich den Besucher*innen des Museums für begrenzte Zeit die außergewöhnliche Gelegenheit, den sonst hoch im Altarschrein platzierten Kunstwerken auf Augenhöhe zu begegnen. Die Sonderausstellung „Riemenschneider X Stoß - Schnittpunkt Münnerstadt“ ist vom 30. November 2019 bis zum 30. August 2020 im mittleren Bereich des MADs zu sehen. Neben den vier farbenprächtigen Veit-Stoß-Tafeln und den Riemenschneider-Figuren bietet sich den Besucher*innen einen Einblick in die Geschichte der beiden Künstler sowie der Zeit um 1500. Geschichte und Kunst vermischen sich, überraschende Details werden sichtbar.



23. März - 23. Juni 2019

Schon seit der Eröffnung des Museums am Dom zählt der bekannte "Streichholzaltar" des Robert Höfling zu den Anziehungspunkten der Dauerausstellung und weist den Hammelburger als eine Ausnahmeerscheinung unter den unterfränkischen Künstlern aus. Am 14. Januar 2019 hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass widmete ihm das MAD im Frühjahr 2019 eine Sonderausstellung. Sie hat versucht, ihn als Menschen, kritischen Geist und beeindruckenden Künstler zu fassen.

Nach seiner Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in München in den Jahren 1946 bis 1950 kehrte er in seine Geburtsstadt Hammelburg zurück. Begründet hat er dies gerne mit dem überlieferten Bonmot: "In Hammelburg sind die Wolken schöner". Sein Atelier - unergründlicher Kosmos und denkwürdiges Spiegelbild eines außergewöhnlichen Menschen - ist heute noch unverändert vorhanden. Hier entstand sein umfangreiches Gesamtwerk an Malerei und Objektkunst in höchst unterschiedlicher Ausprägung.

Die Schau ließ Höfling als einen Künstler von besonderer Vielschichtigkeit, Qualität und herausfordernder Tiefe erfahren. Mitunter spiegeln seine Arbeiten ungewohnte und überraschende Sichtweisen wider. Sie wirken höchst inspirierend, fordern wegen ihrer provozierenden Direktheit zugleich eine bewusste und vorbehaltlose Auseinandersetzung ein.



20. Oktober 2018 - 20. Januar 2019

Erstmals widmete sich eine Ausstellung den kirchlichen Silberfiguren im Bereich der Diözese Würzburg und lenkte den Blick damit auf eine faszinierende Gruppe bedeutender Kunstwerke. Seit alter Zeit wurde das kostbare Material Silber dazu verwendet, die heiligen durch Bilder zu eheren und ihre Reliquien zu zieren. Silberne Reliquienbüsten schmückten an den Festtagen die Altäre, und silberne Figuren der Muttergottes und der Heiligen wurden von Bruderschaften in den Prozessionen mitgetragen. Die Strahlkraft der Silberfiguren verweist dabei auf jenseitige, immaterielle Werte. Viele der aufwendigen Figuren, die frommer Sinn und Sorge um das Seelenheil geschaffen hatten, wurden in Kriegen und Notzeiten wieder zerstört.

Die Ausstellung beleuchtete Voraussetzungen und Zusammenhänge , denen die silbernen Figuren ihre Entstehung verdankten. Sichtbar gemacht wurden dabei die Wege vom Wunsch bis zur Lieferung einer Silberfigur und die an diesem Prozess beteiligten Personen. Zu denen gehörten Künstler wie der Bildhauer Tilman Riemenschneider und der Maler Oswald Onghers, die Vorlagen schufen. Einführungen in die Handwerkskunst des Silberschmieds und in die Restaurierung von Silberplastiken ergänzten das Wissen um diese Kunstwerke.

Den Besucher*innen der Ausstellung bot sich so die einzigartige Gelegenheit, an einem Ort versammelt diesen kostbaren Zeugnissen zu begegnen und an ihnen Kunst als Ausdruck gelebter Frömmigkeit zu erfahren.



24. März - 24. Juni 2018

Bereits 2014 hat der Maler Cäsar W. Radetzky seinen 14-teiligen Kreuzwegzyklus der Stiftung Kunstsammlung der Diözese als Schenkung überlassen. 2018 war er erstmals in Gänze im Museum am Dom zu sehen . Ergänzt wurden die Bestände des Museums durch 37 Leihgaben aus dem Eigentum des Künstlers. So ließ sich in nahezu retrospektiver Weise das beachtliche Œuvre des Malers darstellen und eine Vorstellung von seinen Bildthemen gewinnen. Auch wenn der Kreuzwegzyklus ein Schwerpunkt der Ausstellung war, wurden daneben noch weitere Themen wie Weltreligionen, Krieg und Flucht ebenso akzentuiert, wie Fragen nach dem Menschen, Mensch und Maske oder Mensch und Angst. Die mitreißende Bildsprache des Künstlers lebt von einem reichen Wechselspiel aus Figuration und Abstraktion, von den erregten Bewegungen des Pinselstrichs, von Verzerrungen und pointierten Gesten, die sich im permanenten Widerstreit von Farbe, Licht und Schatten artikulieren und sich bisweilen auch in der Energie der Farbe verlieren.



1. Dezember 2017 - 28. Januar 2018

Als die Franziskaner 2017 Dettelbach verließen, in das sie vor über 400 Jahren gekommen waren, fand eine lange Tradition klösterlicher Kultur und Frömmigkeit ihr Ende. Die Klostergebäude und einen Großteil des Kunstinventars übernahm die Diözese Würzburg. Unter den Kunstwerken des Klosters befand sich auch eine Krippe, deren Ensemble weit in das 19. Jahrhundert hinein zurückreicht. An der Dettelbacher Klosterkrippe entzündete sich die Idee, diese in einer Ausstellung im MAD zusammen mit anderen Krippen klösterlicher Herkunft zu präsentieren.

In der Ausstellung wurden daher unter anderem das Krippenensemble aus dem Franziskanerkloster Dettelbach sowie die Krippen aus den Kapuzinerklöstern Karlstadt und Aschaffenburg gezeigt. Die Würzburger*innen freute besonders, dass die Krippenfiguren des Käppele, die ebenfalls den Kapuzinern zu verdanken sind, zu sehen waren.

Die Entstehungszeit der dabei ausgestellten Krippen spannte sich von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis in das frühe 20. Jahrhundert. Bekleidete Figurinen mit Wachsköpfen finden sich ebenso wie solche mit geschnitzten Holzköpfen, farbig gefasste Figuren aus Gussmasse ebenso wie vollständig aus Holz geschnitzte. Die Szenerien spannten sich von der Verkündigung an Maria bis zur Passion Christi. Zu den zahlreichen Figuren in phantastischen Kostümen und Kulissen gesellen sich neben wilden Tieren auch Schaf- und Rinderherden, Pferde und Kamele und Elefanten. Die Besucher*innen erwartete so eine stimmungsvolle Ausstellung, die den Blick öffnen wollte für eine Gattung von Bildwerken, die daraufhin angelegt sind, nicht den Verstand, sondern das Gemüt zu berühren.