MAD

Think what you like


vorschau



08.03.2026 bis 17.05.2026

 

Mythos Mutter

Mutterwerden zwischen Ideal und Realität

MAD_Intervention von Paloma Wolff

 

Paloma Wolff hinterfragt idealisierte Mutterrollen und zeigt, wie weit sie sich von realen Erfahrungen entfernen. Ihre Arbeiten stellen dem starren Bild der aufopfernden Mutter persönliche Perspektiven gegenüber und eröffnen Raum für vielfältige, ehrliche Mutterbilder jenseits von Perfektion und Erwartungsdruck.

Bald mehr dazu! 

Hier kannst Du Paloma Wolffs Arbeit schon jetzt kennenlernen: https://palomawolff.com/

Paloma auf Insta: https://www.instagram.com/paloma_wolff/

Die Nabelschnur wird durchtrennt, ein Kind wird geboren und eine Frau wird zur Mutter. In diesem Moment wird nicht nur ein Kind, sondern auch eine gesellschaftliche Erwartungshaltung geboren. In kürzester Zeit soll die neue Identität „Mutter“ angenommen werden. Über Jahrhunderte hinweg wurde Frauen durch patriarchale Strukturen weisgemacht, dass es ihnen leichtfallen wird, die Sorgearbeit für ein Kind zu übernehmen. Attribute wie Sanftheit und Aufopferungsvermögen, die explizit dem weiblichen Geschlecht zugeschrieben werden, seien ideal, um den Bedürfnissen eines Säuglings gerecht werden zu können. Der Platz, der für eine Mutter in unserer Gesellschaft vorgesehen ist, erscheint starr. Der Grat zwischen Glucke und Rabenmutter ist schmal, die mehrheitlich akzeptierte Mitte erlaubt wenig Spielraum und zwingt Mütter in eine fest vorgeschriebene Rolle. Die Madonna mit dem Kind gilt auch heute noch als das Idealbild einer Mutter. Die sanfte und demütige Gottesmutter steht für Aufopferung, Reinheit und bedingungslose Liebe. Ein Idealbild, das jeden Wandel überdauert und dessen Anstreben zum Scheitern verurteilt ist.

Dieses Ungleichgewicht zwischen der visuellen Inszenierung und den realen Lebensrealitäten von Müttern interessierte Paloma Wolff ab dem ersten Tag ihres Mutterdaseins. „Es schien mir als wäre all das, was ich glaubte über Mutterschaft zu wissen, gar nicht wahr. Diese Erkenntnis und das Bedürfnis nach realen Geschichten und Bildern über Mutterschaft waren für mich Antrieb, mich visuell mit diesem Thema zu befassen“, erklärt Paloma Wolff. Entstanden sind (unter anderem) Malereien in großen und kleinen Formaten (Mixed media), Aquarellmalereien, Fotografien und Skizzen.

Die Ausstellung „Mythos Mutter - Mutterwerden zwischen Ideal und Realität“ im MAD beleuchtet Mutterschaft in intimen und vulnerablen Bildern aus einer autobiografischen Perspektive. In ihrer Arbeit öffnet Wolff neue Sichtweisen auf das Thema Mutterschaft und gibt auch jenen Emotionen Raum, die abseits der bedingungslosen und aufopfernden Mutterliebe liegen. Ihre Werke bedienen sich hierbei immer wieder am kollektiven Bildgedächtnis: „Ich stelle idealisierte Mutterbilder meinen eigenen Interpretationen und Erfahrungen in der Mutterschaft gegenüber. Mütter sind keine bildhaften Platzhalter, keine gesichtslosen Wesen, losgelöst von Sexualität und Eigenermächtigung. Die Realitäten von Müttern müssen auch in Mutterbildern Platz finden, denn nur so werden sie wahrgenommen und verstanden. Auch wenn fiktionale Darstellungen und gelebte Realitäten nicht gleichwertig betrachtet werden können, so beruhen sie doch aufeinander und bedingen sich gegenseitig.“

In der MAD_Intervention treten Wolffs Arbeiten in Dialog mit den Werken der Dauerausstellung. Das Anliegen: Durch das Sichtbarmachen diverserer Mutterbilder Austausch ermöglichen - Missstände aufzeigen, aufklären und berühren: „Die neuen Mutterbilder können Sorge und Ängste sichtbar machen und Mütter von dem Zwang der bedingungslosen Liebe befreien. Das Bereuen und die Wut enttabuisieren. Ausbeutung verringern und Gleichberechtigung fördern. Damit Elternschaft nicht nur auf der ständigen Verfügbarkeit und Wunschvorstellung der perfekten Mutter beruht, sondern vielmehr als kollektives Kümmern verstanden werden kann“, so die Künstlerin.